Sudeten-Archiv

                                   Richtschnur für Historiker
Das Leben lebt man zwar mit Blick nach vorne, kann es aber nur verstehen, wenn man zurückschaut. Dabei muß das Objekt in den zeitlichen Ablauf eingeordnet werden, damit es zu keiner Verwechselung von Ursache und Folge kommt oder gar eines von beiden alleinstehend gewertet wird. Unzulässig ist eine “interpretatio in peius” ebenso wie eine “interpretatio in melius”.
 

 

Boier und Markomannen bei Tacitus (55 - 117 n.Chr.)

Um 100 n.Chr. schrieb Tacitus: “ ...Die Boier sind ein gallischer Stamm. Es blieb bis jetzt der Name Böhmen und erinnert an die Vergangenheit, obwohl die Bewohner gewechselt haben, “ (lat.:” ....Boi, Gallica gens. Manet adhuc Boiohaemi nomen significatque loci veterem memoriam quamvis mutatis cultoribus”, Tac. Germania, cap. 28)

Ebenfalls bei Tacitus lesen wir ein Urteil des Kaisers Tiberius (14 - 36 n.Chr.) über Marbod, den in Böhmen nach den Boiern herrschenden König der Markomannen, im römischen Senat:   Marbod  “sei mehr zu fürchten als die Athener Philipp fürchten mußten oder die Römer Pyrrhus oder Antiochus” (lat.: “disseruit non Philippum Atheniensibus, non Pyrrhum aut Antiochum populo Romano perinde metuendos fuisse /ac Marobudum/”, Tac. Ann. II,63).